1936 - Freiwillige Feuerwehr wird „e.V."

In diesem Jahr musste auf Anordnung der damaligen Machthaber die Organisationsform geändert werden. Die bisher gemischte Feuerwehr war in eine rein freiwillige um­zuwandeln und erhielt die Rechtsform eines „eingetragenen Vereins". Sie diente dem Zweck,
 
„im Auftrage des Ortspolizeiverwalters gemäß den Weisungen … der Polizeiaufsichtsbehörden Gefahren abzu­wenden. … "
„Die Mitglieder der Wehr sind im Sinne des national­sozialistischen Staates zu opferwilliger Gefolgschaft... zu erziehen."
 
Die ganze Sache schien dem Kommandanten und seinen Mannen nicht ganz geheuer, so dass nur 15 bereit waren, weiter mitzumachen. Auf die diesbezügliche Meldung des Ortsvorstehers wurde ihm u. a. beschieden:
„Sämtliche Gemeinden des Kreises Biberach mit Aus­nahme der Gemeinde Erolzheim haben Freiwillige Feu­erwehren gegründet.
Ich nehme nun an, was in 41 Gemeinden des Kreises und sonst in fast allen Gemeinden Württembergs mög­lich ist, sollte auch in Erolzheim möglich sein und sehe deshalb der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Erolzheim in Bälde entgegen."
 
Solch' massivem Druck war nicht zu widerstehen.
 
In den beiden Kriegen lichteten sich die Reihen der Wehr so sehr, dass zeitweise ihre Einsatzfähigkeit sich in Frage stellte. Altere rüstige Bürger mussten hier einspringen und 1944 wurden zusätzlich noch zwei weibliche Löschzüge gebildet. Wie man hörte, waren die Damen mit großem Eifer dabei.

Auf dem Bild die Feuerwehr Erolzheim um 1936 von links nach rechts, von unten
1. Reihe: Sonntag, Rau, Kattner, Brand, Veit, Kienle, Schellheimer, Föhr
2. Reihe: Mensch, Ruf, Miller, Gropper, Ersing, Ranu, Bail
3. Reihe: Zeller, Seitz, Mang, Schwarz, Maier, Högerle, Springer, Veit
4. Reihe: Reichert, Fakler, Neher, Schmid, Ehrhart, Schneider