1951 - Freiwillige Feuerwehr Erolzheim wird Stützpunktfeuerwehr

1949 wurde zur Sicherstellung der Überlandhilfe der Kreisfeuerlöschverband Biberach gegründet. Dies hatte die Er­richtung von Stützpunkt-Feuerwehren zur Folge. Auf ener­gisches Betreiben eines Kreisrates aus dem Illertal wurde auch ein Stützpunkt für diese Region vorgesehen. Als Standort kam aufgrund seiner zentralen Lage Erolzheim in Frage. Die Übernahme der Wehr auf den Kreisfeuerlösch­verband erfolgte 1951. Die Mannschaften von Bechtenrot und Edelbeuren erhielten den Status von Löschgruppen. Die am Ort vorhandene brauchbare Ausrüstung wurde an den Verband veräußert, die Gemeinde hatte ein beheizba­res Gerätehaus bereitzustellen. Damit begann das motori­sierte Zeitalter für die Erolzheimer Wehr.
Bemerkenswert hierbei ist auch, dass die Gründung von Kreisfeuerlöschverbänden beim damaligen Landesver­band der Feuerwehren Württemberg und Hohenzollern auf wenig Gegenliebe stieß. Er sah darin
 
„eine Einrichtung, die unter dem Zwange der Besat­zungsmacht geschaffen wurde und von den Feuerweh­ren selbst wie auch von den meisten Kreisen abgelehnt wird. "
 
Anders kommentiert der Chronist jener Tage die Überga­be des ersten Feuerlöschfahrzeuges vom Typ LF 15 mit TS 8 am 16. Dezember 1951 durch den Kreisfeuerlöschverband als ein Ereignis von großer Bedeutung für das Illertal und Erolzheim selbst.
 
„Ist doch das Illertal vom Kreis ein bedeutender landwirtschaftlicher Hauptfaktor mit Kolossalen Werten. Schnelle Hilfe ist hier doppelte Hilfe. "
 
Die Stützpunktfeuerwehr Erolzheim ist inzwischen zu ei­nem bedeutenden Faktor im Rettungswesen geworden und die Bürger des Illertales haben diese segensreiche Einrichtung schätzen gelernt.
Entsprechend den Zeiterfordernissen wurde die Wehr nach und nach mit modernsten Geräten und Fahrzeugen des Rettungswesens ausgestattet. Neben den histori­schen Aufgaben hat sie heute technische Hilfeleistungen zu erbringen wie Einsätze bei Hochwasser, Ölalarm, Hilfe bei Verkehrsunfällen und sonstigen Rettungseinsätzen, Sicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen usw. Entsprechend dieser Ausweitung ihrer Aufgaben und der gerätemäßigen Ausstattung änderte sich auch die Zahl und Ausbildung der Feuerwehrmänner, denen nun ständi­ge Einsatzbereitschaft, ein hohes Maß an technischer Fer­tigkeit und Verantwortungsbewusstsein abverlangt wird.
 
Heute verfügt die Freiwillige Feuerwehr Erolzheim über zeitgemäße Ausrüstung. Die Alarmierung erfolgt über die zentrale Leitstelle in Bibe­rach.
Hier erinnern wir uns an die „Sturmzeichen" früherer Zei­ten: Glockengeläute, Feuerreiter, Hornsignale und Aus­schellen durch den Polizeidiener.
 
„1870 - Feuerzeichen bei Brandfällen im Ort wird durch Läuten zuerst mit der großen und dann mit allen Glocken gegeben, sowie durch Signalblasen der Hornisten.
Als Feuerreiter werden bestimmt und haben sich dieselben alsbald bei der Linde aufzustellen und dort zu warten bis sie entweder Befehl zum Abreiten erhalten Ober sie entlassen werden. ... ,"

Bilder: Amtliche Meldekarte für den Feuerreiter zur Anforderung der Nachbarschaftshilfe