Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Erolzheim

Verhältnismäßig früh schon, und zwar im Jahre 1865 kam es in Erolzheim zur Gründung einer Feuerwehr. Der dama­lige Rittergutsbesitzer Karl von Obermayer, ein Bankier aus Augsburg und Oberst der bayer. Landwehr, sicherlich ein weltoffener, fortschrittlicher und kalkulierender Adels­mann, machte der Gemeinde das Anerbieten, seine eige­ne Feuerspritze benützen zu dürfen mit dem
„weiteren Antrage, für Bedienung derselben eine geeignete Mannschaft von 12 Mann mit einem Rotten- und Spritzenmeister nach Art der in Städten und größeren Orten bestehenden Feuerwehren aufzustellen.
Da dieses Anerbieten vom praktischen Standpunkte aus sowohl alle Anerkennung verdient, als es zugleich auch in sehr erfreulicher Weise das öffentliche Interesse für den hiesigen Ort von Seiten der Gutsherren bekundet“, beschloss der Gemeinderat am 8. September d. gl. Jahres, das Anerbieten „unter Dankesbezeugung“ anzunehmen.

Der Gemeinderat Louis Vogt war es wohl auch, der binnen weniger Wochen 50 Mann auf die Beine stellte, so dass das Gemeindegremium bereits am 2. November 1865 über die Bezahlung der angeschafften „Requisiten“, ein Betrag von ca. 69 fl. , entscheiden musste. Die Bezahlung der weiter entstehenden „Armaturkosten“ lehnte der Gemeinderat vor­derhand ab in der Absicht, den „Stifter“ um deren Bezah­lung zu ersuchen, was dieser auch tat.

Überhaupt fand die Freiwillige Feuerwehr im Laufe ihrer Geschichte immer wieder großzügige Unterstützung durch die jeweilige Schlossherrschaft, wissend wohl auch um den Schutz ihrer eigenen Vermögenswerte.

Mit der Verabschiedung der „Statuten" am 9. Dezember 1865 war nun die „Freiwillige Feuerwehr Erolzheim" formell ge­gründet. Ihr erster Kommandant war Louis Vogt, der sich auch in den folgenden Jahren laut Chronistenurteil große Verdienste in der Sache erworben hat.

Der Zweck der Gründung:
,....mit Hilfe der bereits bestehenden Feuerlöscheinrichtungen bei Feuersgefahr das Leben und Eigentum des Orts Erolzheim zu schützen.
Zur möglichsten Erreichung dieses Zweckes sind in der Feuerwehr »militärische Ordnung und regelmäßige Übungen« eingeführt.
 
Letzterem ist es wohl zuzuschreiben, dass diesen diszipli­nierten und geübten Löschmannschaften allerorten gro­ßer Erfolg beschieden war.
 
Am 16. Februar 1866 berief der Gemeinderat ein Gremium „zur Regelung der Verhältnisse der hiesigen Feuerwehr zur Rottenmannschaft sowie der hierdurch gebotenen Revision der hiesigen Lokalfeuerlöschordnung“.